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06.05.2018 - Offene MDM Stadtwerke-Meisterschaften Mehrkampf
 
Johanna Siebler schafft die Norm für die WM
Johanna Siebler mit Punktlandung

Johanna Siebler vom Leichtathletik Club Überlingen (LC Überlingen) knackte beim ersten Normwettkampf der Saison in Halle (Saale) als erste Siebenkämpferin die Norm für die U20 WM in Tampere (Finnland). Jetzt geht es nur noch um die Platzierung.

Sieben Disziplinen sind eine ganze Menge. Deshalb gibt der Siebenkampf in der Leichtathletik auch als Königsdisziplin. Eine der besten Athletinnen der Welt im U-20-Bereich ist Johanna Siebler aus Überlingen-Deisendorf. Die 18-Jährige wechselte in diesem Jahr in die höhere Altersklasse und muss nun mit mehr Gewicht beim Kugelstoßen und Speer und höheren Hürden zurechtkommen. „Es ist natürlich eine große Umstellung“, sagt Johanna Siebler. „Ich denke, dass sie mir aber ganz gut gelungen ist.“ Die erste gute Möglichkeit, dies zu beweisen, bot sich am Wochenende beim Norm-Wettkampf in Halle/Saale. Es ging darum, die 5400-Punkte-Marke zu knacken, um sich für die U-20-Weltmeisterschaft im finnischen Tampere zu qualifizieren. Das wäre der erste Teil, denn außerdem muss beim Qualifikations-Wettkampf am 2. und 3. Juni in Bernhausen bei Stuttgart ein erster oder zweiter Platz herausspringen.
Die Überlingerin ging perfekt vorbereitet an den Start. Dennoch lief es über die 100-Meter-Hürden mit 14:40 Sekunden nicht ganz so gut. „Ich kam einfach nicht in den Lauf“, erinnert sie sich. „Deshalb musste ich im Hochsprung nachlegen.“ Sie schaffte 1,56 Meter recht locker. Die Folgehöhe riss sie im dritten Versuch ganz knapp, war aber dennoch zufrieden.
Das Kugelstoßen lief beim Einstoßen verheißungsvoll. „Ich lag sogar über meiner Bestleistung“, beschreibt Johanna Siebler, die sich dadurch viel erhoffte. Doch mit 13,26 Metern blieb sie dann doch knapp unter der Bestmarke. Zum Abschluss des ersten Tages lief sie über 200 Meter dann mit 26,13 Sekunden eine eher mäßige Zeit. „Der Gegenwind war allerdings auch ziemlich stark, so dass eine Bestzeit nicht möglich war“, so die Siebenkämpferin.
Die Taschenrechner wurden gezückt und ein Fahrplan für den zweiten Tag zurechtgelegt. Schnell stellte sich heraus, dass sie in allen drei noch ausstehenden Disziplinen an ihre Bestleistung kommen muss, um die Norm zu packen. „Die Chance war immer noch da und deshalb wollte ich unbedingt noch einmal voll angreifen“, erklärt Johanna Siebler. Und genau das tat sie.
Im Weitsprung blieb sie mit 5,83 Metern nur einen Zentimeter unter ihrer Bestmarke und der Speer flog bei wechselndem böigen Wind bis auf 44,70 Meter. Nun stand fest, dass sie die abschließenden 800 Meter in einer Zeit von 2:29 min laufen musste, um die Norm zu schaffen. Dabei gab es Hilfe von vielen Seiten: „Meine Schwester, mein Vater und ein weiterer Trainer haben sich im Hundert-Meter-Abstand aufgestellt, um mir die Zeiten zu sagen“, erzählt die 18-Jährige. „Außerdem half mir eine Mitstreiterin und zog mich die ersten 400 Meter.“ Es wurde nervenaufreibend. Johanna Siebler gab alles. Als sie die Ziellinie überquerte zeigte die handgestoppte Zeit tatsächlich 2:28 Minuten an. Es dauerte etwa eine Viertelstunde, bis 2:28,32 Minuten bestätigt wurden und es feststand, dass sie mit 5411 Punkten die Norm geschafft hat.
„Ich bin natürlich sehr erleichtert“, berichtet Johanna Siebler nach dem Wettkampf. „Jetzt geht es in Bernhausen lediglich um die Platzierung.“ Hierbei könne sie jetzt ihren Blick auch auf die Konkurrenz legen und müsse nicht nur nach den Punkten gehen. „Das ist ein großer Vorteil, da der Druck bei schlechtem Wetter deutlich geringer ist“, erklärt sie. „Natürlich sind Platz eins und zwei eine große Herausforderung. Ich bin aber sicher, dass dies absolut im Bereich des Möglichen ist.“

  Autor: R. Jäckle  
   
 
Foto: C. Siebler